Familienkrankheit Alkoholismus

Als persönlich Betroffene möchte ich mich in diesem Artikel an alle wenden, die mit einem alkoholkranken Elternteil aufwuchsen oder immer noch dort leben und an Menschen, die mit einem/ einer AlkoholikerIn zusammen leben.

Leider wurden die Auswirkungen des Alkoholismus jahrelang hauptsächlich auf den von der Krankheit betroffenen Menschen reduziert. Mittlerweile weiss man, dass sich durch den Alkoholismus auch der Partner stark verändert. Durch das Sorgen um bzw. das Kontrollieren des kranken Partners werden eigene Schwächen und Unzulänglichkeiten ignoriert. Aber nicht nur das: auch das eigene Wohlergehen wird völlig hintenan gestellt. So verändert sich auch der nichtabhängige Partner über die Jahre und gleicht sich von seiner Persönlichkeitsstruktur immer mehr dem kranken Partner an. Dieses Problem löst sich nicht mit dem Entzug. Die Partnerschaft und die beiden Partner verändern sich nachhaltig und häufig trennen sich Paare Jahre nach dem Entzug. Daher ist eine Paar- bzw. Familientherapie auch nach einem gelungenen Entzug sinnvoll.

Kommen wir noch auf die schwächsten Mitglieder des Systems zu sprechen: die Kinder. Sie wachsen mit einer komplett anderen Normalität wie andere Kinder auf. Ihre Erfahrungen sind traumatisch. Nicht nur das, was sie tagtäglich sehen, sondern auch die Unzuverlässigkeit unter der sie aufwachsen, setzen ihnen stark zu. Und ich rede dabei nicht nur von stark vernachlässigten Kindern, sondern von auch all denen, für die ihre Situation "normal" ist.

Es ist mittlerweile bekannt, dass erwachsene Kinder von Alkoholikern häufiger gesundheitliche Probleme haben und nachhaltig unter ihrer Kindheit leiden. Auch wenn ihnen das oft nicht bewusst ist. Sie haben von kleinauf gelernt, dass ihre eigenen Eindrücke und Gefühle unwichtig oder sogar falsch sind.

Das System Alkoholismus lebt von der Verschwiegenheit seiner einzelnen Familienmitglieder. Das Gebot des Schweigens zu brechen und sich jemandem Aussenstehenden anzuvertrauen ist somit der erste Schritt zur Besserung. Daher: nimmt Hilfe an. Und wenn ihr Betroffene kennt, ratet ihnen eine Beratung in Anspruch zu nehmen. Es ist nichts wofür man sich schämen muss. Vielen anderen ergeht es genau gleich.

 

Sind Sie als Kind in einer Familie mit einem alkoholanhängigem Elternteil gross geworden? Dann melden Sie sich für einen Beratungstermin unter: info@beratungspraxis-werdenberg.ch

 

Hast du einen alkoholabhängigen Elternteil und weisst nicht, mit wem du reden kannst? Dann melde dich per whatsapp zur gratis Kinder- und Jugendsprechstunde unter: 078 928 32 11 Ich bin zur Verschwiegenheit verpflichtet und werde nicht mit deinen Eltern Rücksprache halten.